Lehr(gruppen)praxis
Nach dem Ärztegesetz (§§ 12 und 12a) sind anerkannte Lehr(gruppen)praxen die Ordinationsstätten jener Ärzt:innen für Allgemeinmedizin und Fachärzt:innen, denen von der Österreichischen Ärztekammer die Bewilligung zur Ausbildung von Ärzt:innen für Allgemeinmedizin oder zur/zum Fachärzt.in erteilt worden ist.
Anerkennung als Lehr(gruppen)praxis
Für die Bewilligung von Ordinationsstätten als Lehr(gruppen)praxis sind folgende Voraussetzungen bzw. Kriterien für die Anerkennung vorgesehen:
- geforderte Patientenfrequenz: Betreuung von zumindest 800 Patient.innen pro Quartal in einem Durchrechnungszeitraum von einem Jahr (dieses Anerkennungskriterium gilt nur für die Bewilligung allgemeinmedizinischer Lehr(gruppen)praxen und nicht für Fachärzt:innen!)
- mindestens dreijährige Berufserfahrung als niedergelassene/r Ärzt:in oder als sonst freiberuflich tätige/r Ärzt:in (z.B. Vertretungstätigkeiten im Rahmen von Ordinationsstätten)
- Absolvierung eines Lehrpraxisleiterseminares im Ausmaß von zwölf Stunden
- gültiges DFP-Diplom
- räumliche Ausstattung, die den ungestörten Kontakt der/des Turnusärzt:in mit den Patient:innen ermöglicht, wie insbesondere ein eigener Untersuchungsraum
- Vorlage eines schriftlichen Ausbildungskonzeptes (dazu wird einer Mustervorlage von der ÖÄK erarbeitet)
- entsprechende EDV Ausstattung (bei Kassenärzt:innen entsprechend dem Gesamtvertrag)
- Kenntnisse der Grundlagen der Gesundheitsökonomie
- ökonomische Verschreibweise
- keine vorausgehende Kündigung eines Einzelvertrages zu einem Sozialversicherungsträger durch einen Sozialversicherungsträger innerhalb der letzten 15 Jahre
- keine rechtskräftige Entscheidung zur Honorarrückzahlung in einem Schiedskommissionsverfahren in den letzten fünf Jahren vor Antragsstellung
- Vertrauenswürdigkeit
- Anhörung des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger zu den kassenrechtlich relevanten Punkten