Beschlüsse des Wohlfahrtsfonds


Kommentar zu den Beschlüssen des Verwaltungsausschusses und der Erweiterten Vollversammlung zum Wohlfahrtsfonds


Hinsichtlich des Wohlfahrtsfonds wurden nachfolgende Änderungen beschlossen. Für zusätzliche Auskünfte steht Ihnen das Kammeramt gerne zur Verfügung.

Beiträge und Leistungen zur Grundleistung (Zusatzpension)

Die Beitragsordnung wurde in ihrem Text nicht geändert. Allerdings war eine Beitragsanpassung notwendig:

So werden die Beiträge zur Grundleistung (samt den altersabhängigen Obergrenzen für angestellte ÄrztInnen) für das Jahr 2020 um 2,5 % erhöht.
Die Pensionen wurden nicht verändert.

Beiträge und Leistungen zur Zusatzleistung II (Zusatzpension für KassenärztInnen)

Die Zusatzleistung II ist ein Versicherungssystem nahe der Kapitaldeckung. KassenärztInnen sind abhängig von Alter, Einkommen und Art der Verträge (kleine oder große Kassen) zur Beitragsleistung verpflichtet.

Gemäß den Vorgaben der Satzung, wurde heuer ein versicherungsmathematisches Gutachten für die Zusatzleistung II erstellt. Dieses Gutachten ergab eine gesunde Gebarung dieser Leistungssparte.

Den Empfehlungen des Versicherungsmathematikers folgend werden:

  • Beiträge 2020 um 2 % erhöht
  • Kapital der Aktiven (noch nicht Pensionisten) um 1,5 % aufgewertet
  • Leistungen (bestehende Pensionen) 2020 um 1,5 % erhöht.

Ein kurzer Rückblick: im Jahr 2009 wurde auf Grund des Rückgangs der Kapitalerträge und des Anstiegs der Lebenserwartung eine Reform der Zusatzleistung II beschlossen, die über 10 Jahre gestaffelt eingeführt wurde (durch Erhöhung der Pensionsmesszahlen). Diese Maßnahmen haben dazu beigetragen, dass die Zusatzleistung II nunmehr gesund und gedeckt ist, wodurch erstmals seit 2012 die Leistungen wieder erhöht werden konnten.

Sonderklasse-Versicherung

Die Sonderklasse wird vom Kammeramt selbst administriert und ist nicht (wie oftmals vermutet) an eine Privatversicherung ausgelagert. Dies führt zu einem sehr guten Preis/Leistungsverhältnis, da wir kein Marketing betreiben und keine Gewinne erzielen müssen. Der Vorteil für Sie als Versicherte ist insbesondere auch, dass auf Grund der verpflichtenden Ausrichtung die Beiträge steuerlich absetzbar sind.

Zur Berücksichtigung der laufenden Kostensteigerungen werden die Beiträge 2020 um 2 % erhöht.

Ambulante Operationen in Ordinationen

Unsere Sonderklasse deckt stationäre Aufenthalte ab. Zusätzlich wurden bisher auch definierte ambulante  Leistungen (insbesondere Eingriffe in Ordinationen, die stationäre Aufenthalte verhindern sollten) übernommen, die im Vertrag mit dem Verband der Privatversicherungen (VVO) enthalten waren. 

Besagter Vertrag wurde in den letzten Jahren immer mehr eingeschränkt und endete mit 31.12.2019. Ein Neuabschluss mit dem VVO ist nicht möglich. Damit endet auch die Leistungsübernahme der besagten Eingriffe durch die Sonderklasse des Wohlfahrtsfonds.

Krankenversicherung – Merkur KAEK

Für niedergelassene KollegInnen ohne Pflicht-Krankenversicherung (z.B. auf Grund einer Anstellung) besteht grundsätzlich keine verpflichtende Krankenversicherung, sondern das Wahlrecht auf Selbstversicherung bei der GKK, SVA oder der Ärztekammer, wobei unsere Leistung an die Merkur-Versicherung ausgelagert wurde (Tarif KAEK).

Der KAEK-Tarif befindet sich auf einem sehr niedrigen Beitragsniveau (im Vergleich mit den anderen Bundesländern aber insbesondere im Vergleich mit der gesetzlichen Krankenversicherung). Durch steigende Kosten ist eine Anpassung der Beiträge für 2020 um 4,5 % notwendig.

Eine weitere einmalige Erhöhung der Beiträge um 2,25 % wurde zur Leistungssteigerung gewählt. Es besteht ja bei ärztlichen Sonderleistungen (ebenso wie bei Medikamenten) der Anspruch auf Refundierung der Kosten iHv 80 %, bis der jeweilige Höchstbetrag erreicht wird. Wurde der Höchstbetrag ausgeschöpft, kommt ein Selbstbehalt ohne Kostenersatz zu tragen. Danach werden wieder die Kosten ersetzt – bisher allerdings wiederum nur in Höhe von 80%.

Durch die Zunahme von ambulant abgerechneten Sonderleistungen bei schweren Krankheitsverläufen (z.B. Immuntherapien) und den damit verbundenen teils sehr hohen Kosten, kann es in Einzelfällen (auf Grund der Refundierung im eingeschränkten Ausmaß von 80 %) zu Selbstbehalten kommen, die zig-tausende Euro ausmachen und damit zu existentiellen Problemen führen könnten (insbesondere in einer dann schwierigen gesundheitlichen Lebensphase). Um dies abzufedern, werden (nach Erbringung des Selbstbehaltes) 100 % der Kosten ersetzt.