Wochenendruhe in Krankenanstalten Wochenendruhe in Krankenanstalten

Wochenendruhe in Krankenanstalten

Die Wochenendruhe – das ist die Zeit, an der an Wochenenden nicht gearbeitet werden darf – wird durch das Arbeitsruhegesetz geregelt.

Dieses Gesetz gibt es seit ca. 30 Jahren und es gilt für beinahe alle Arbeitnehmer in Österreich. Es ist auch in Krankenanstalten anzuwenden.

Nach dem Arbeitsruhegesetz ist der Begriff Wochenendruhe eine ununterbrochene Ruhezeit von 36 Stunden, in die der Sonntag fällt und die spätestens am Samstag um 13.00 Uhr beginnt.

Arbeitnehmer sollen also nach diesem Gesetz generell am Wochenende 36 Stunden nicht arbeiten. Von diesem Grundsatz gibt es allerdings Ausnahmen.

Während der Wochenendruhe dürfen unter anderem Ärzte beschäftigt werden, die in Krankenanstalten einen Wochenenddienst versehen. Diese Ärzte haben in jeder Kalenderwoche anstelle der Wochenendruhe Anspruch auf eine ununterbrochene Ruhezeit von 36 Stunden (Wochenruhe). Die Wochenruhe hat einen ganzen Wochentag einzuschließen.

Anders gesagt haben Ärzte, die am Wochenende in der Zeit nach Samstag ab 13.00 Uhr bei ihrem Dienstgeber beschäftigt sind, Anspruch darauf, in den Wochentagen davor (also der gleichen Kalenderwoche) 36 Stunden nicht zu arbeiten, also praktisch Anspruch auf ein „Ersatzwochenende".

Der Sonntag mutiert dadurch quasi zum Wochentag und ein Wochentag zum Sonntag. Sowohl der Dienst am Wochenende als auch die Lage der dafür zustehenden Wochenruhe sind im Vorhinein durch einen Dienstplan festzulegen.

Wird ein Arbeitnehmer aber auch an dem Tag beschäftigt, der für die Wochenruhe festgelegt wurde, hat er Anspruch auf die sogenannte „Ersatzruhe" in der folgenden Arbeitswoche (also in der Woche nach dem Wochenenddienst).

Diese Ersatzruhe ist in jenem Ausmaß zu gewähren, das innerhalb von 36 Stunden vor dem Arbeitsbeginn in der nächsten Arbeitswoche erbracht wurde. Sie ist auf die Wochenarbeitszeit anzurechnen.

Beispiel: Ein Arzt leistet Nachtdienst von Samstag 8.00 Uhr bis Sonntag 9.00 Uhr. Sein normaler Ar-beitsbeginn am Montag ist 8.00 Uhr morgens. Er hat daher im Zeitraum von 36 Stunden vor dem Arbeitsbeginn der Arbeitswoche 13 Stunden gearbeitet (Samstag 20.00 Uhr bis Sonntag  9.00 Uhr) und daher Anspruch auf Ersatzruhe in der nächsten Woche von 13 Stunden, die auf die Wochenarbeitszeit anzurechnen ist. In diesem Fall wären also 13 Stunden, in denen nicht gearbeitet werden darf, als Arbeitszeit zu berechnen und zu bezahlen.

Die Ersatzruhe kommt unmittelbar vor dem Beginn der folgenden wöchentlichen Ruhezeit zum Liegen, wenn nichts anderes vereinbart wurde.

Wird man nun auch in der Ersatzruhezeit beschäftigt, so ist diese Ersatzruhe im entsprechenden Ausmaß zu einer anderen, einvernehmlich festgelegten Zeit nachzuholen.

Während der Ersatzruhe darf man nur im Rahmen gesetzlich formulierter Ausnahmen tätig werden. Diese sind:

  • Vorübergehende und unaufschiebbare Arbeiten zur Abwendung einer unmittelbaren Gefahr für die Sicherheit des Lebens oder die Gesundheit von Menschen oder bei Notstand.
  • Vorübergehende und unaufschiebbare Arbeiten zur Behebung einer Betriebsstörung oder zur Verhütung des Verderbens von Gütern.
  • Ausnahmen durch Verordnung des Gesetzgebers
  • Ausnahmen durch Kollektivvertrag
  • Ausnahmen durch Verordnung des Landeshauptmannes
  • Sonderregelung für den 8. Dezember
  • Ausnahmen durch Verordnung im öffentlichen Interesse.


Nachdem für den Krankenhausbereich keine derartigen Verordnungen Kollektivverträge oder Sonderregelungen für den 8. Dezember vorliegen und Ärzte nur in seltenen Fällen zur Behebung einer Betriebsstörung herangezogen werden dürften, ist ihre ausnahmsweise Beschäftigung wohl auf die Abwendung einer unmittelbaren Gefahr für die Sicherheit des Lebens oder die Gesundheit von Menschen beschränkt.

Es muss sich dabei jedoch um einen akuten Fall einer unmittelbaren Gefahr und nicht etwa einen „geplanten" Notstand wie etwa Personalmangel oder ähnliches handeln.

Damit wurden in kurzer Form und zusammengefasst die gesetzlichen Regelungen über die Wochenendruhe dargestellt. Durch Betriebsvereinbarung und im Einvernehmen mit den betroffenen Ärztinnen und Ärzten können jedoch ebenfalls gesetzlich determinierte Änderungen an diesen Vorschriften ver-traglich vereinbart werden.

KAD Dr. Bernd Adlassnig, 28.07.2011