Kinderbetreuungsgeld Kinderbetreuungsgeld

Allgemeines

Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld für Geburten ab 1. Jänner 2002 haben alle Mütter/Väter (Adoptiv- und Pflegeeltern), unabhängig von einer Erwerbstätigkeit vor der Geburt, also auch Hausfrauen, Studentinnen/Studenten etc., sofern ein Anspruch auf Familienbeihilfe besteht, ein gemeinsamer Haushalt mit dem Kind (idente Hauptwohnsitzmeldungen) und der Lebensmittelpunkt sowie ein rechtmäßiger Aufenthalt von antragstellendem Elternteil und Kind in Österreich gegeben sind.

Derzeit besteht für Eltern die Möglichkeit, aus insgesamt fünf verschiedenen Bezugsvarianten des Kinderbetreuungsgeldes (vier Pauschalvarianten und eine einkommensabhängige Variante) zu wählen:

Modelle

Pauschalvarianten

Variante 30+6: Kinderbetreuungsgeld in der Höhe von 14,53 Euro täglich (entspricht rund 436 Euro monatlich) längstens bis zur Vollendung des 30. Lebensmonats des Kindes; bei Inanspruchnahme auch durch den zweiten Elternteil verlängert sich die Bezugsdauer längstens bis zur Vollendung des 36. Lebensmonats des Kindes.

Variante 20+4: Kinderbetreuungsgeld in der Höhe von 20,80 Euro täglich (entspricht rund 624 Euro monatlich) längstens bis zur Vollendung des 20. Lebensmonats des Kindes; bei Inanspruchnahme auch durch den zweiten Elternteil verlängert sich die Bezugsdauer längstens bis zur Vollendung des 24. Lebensmonats des Kindes.

Variante 15+3: Kinderbetreuungsgeld in der Höhe von 26,60 Euro täglich (entspricht rund 800 Euro monatlich) längstens bis zur Vollendung des 15. Lebensmonats des Kindes; bei Inanspruchnahme auch durch den zweiten Elternteil verlängert sich die Bezugsdauer längstens bis zur Vollendung des 18. Lebensmonats des Kindes.

Variante 12+2: Kinderbetreuungsgeld in der Höhe von 33 Euro täglich (entspricht rund 1000 Euro monatlich) längstens bis zur Vollendung des 12. Lebensmonats des Kindes; bei Inanspruchnahme auch durch den zweiten Elternteil verlängert sich die Bezugsdauer längstens bis zur Vollendung des 14. Lebensmonats des Kindes.

Einkommensabhängige Variante

Variante 12+2: Kinderbetreuungsgeld in der Höhe von 80 Prozent der Letzteinkünfte, höchstens 66 Euro täglich (entspricht max. rund 2000 Euro monatlich) bis zum 12. Lebensmonat des Kindes; bei Inanspruchnahme auch durch den zweiten Elternteil verlängert sich die Bezugsdauer längstens bis zur Vollendung des 14. Lebensmonats des Kindes. Für das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld muss in den sechs Monaten vor der Geburt des Kindes eine tatsächliche, in Österreich sozialversicherungspflichtige Erwerbstätigkeit ausgeübt werden.

Gemeinsame Bestimmungen für das pauschale und einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld

Insgesamt können sich die Eltern beim Bezug zweimal abwechseln, wobei ein Block mindestens zwei Monate dauern muss. Kinderbetreuungsgeld gebührt ausschließlich für das jüngste Kind, sodass im Falle einer weiteren Geburt während des Bezuges von Kinderbetreuungsgeld der Anspruch für das ältere Kind endet. Für das neugeborene Kind muss in jedem Fall ein neuer Antrag gestellt werden.

Bei Mehrlingsgeburten gebührt bei den Pauschalvarianten für das jüngste Mehrlingskind der jeweils gewählte Betrag in der vollen Höhe, für jedes weitere Mehrlingskind ein Zuschlag in der Höhe von 50 Prozent der gewählten Variante (gilt nicht für das einkommensabhängige KBG).

Achtung: Die Untersuchungen im Rahmen des Mutter-Kind-Passes haben das Ziel, das gesundheitliche Wohlergehen sicherzustellen, um bei Problemen rasch reagieren zu können. Achten Sie bitte auf die Einhaltung der Untersuchungen, damit Sie das Kinderbetreuungsgeld in voller Höhe erhalten können!

Zuverdienstgrenze

Eine weitere Anspruchsvoraussetzung für den Bezug des Kinderbetreuungsgeldes ist die Einhaltung der Zuverdienstgrenze. Für Bezugszeiträume ab dem 1. Jänner 2010 darf der Zuverdienst bei den Pauschalvarianten 60 Prozent der Letzteinkünfte aus dem Kalenderjahr vor der Geburt ohne Kinderbetreuungsgeld, mindestens aber 16.200 Euro pro Kalenderjahr betragen. Bei der einkommensabhängigen Variante ist ein Zuverdienst nur im Ausmaß von 5.800 Euro im Kalenderjahr zulässig.

Unter Zuverdienst versteht man ab dem Jahr 2010 die 4 Haupteinkunftsarten nach dem Einkommensteuergesetz 1988, dies sind Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, aus selbständiger Arbeit, aus Gewerbebetrieb und aus Land- und Forstwirtschaft sowie Arbeitslosengeld und Notstandshilfe während des Bezuges von Kinderbetreuungsgeld.

Berücksichtigt werden aber nur die Einkünfte desjenigen Elternteils, der Kinderbetreuungsgeld bezieht, die Einkünfte des (Ehe-)Partners werden nicht herangezogen.

Wird bei der kalenderjährlich stattfindenden nachträglichen Überprüfung der Einkünfte eine Überschreitung der Zuverdienstgrenze festgestellt, so kommt es gemäß der Einschleifregelung zu einer Rückforderung des Überschreitungsbetrages. Es ist aber möglich, für einzelne Monate auf die Auszahlung des Kinderbetreuungsgeldes im Vorhinein zu verzichten. Einkünfte während des Verzichtszeitraumes können dann außer Ansatz bleiben.

Für Geburten ab dem 1. Jänner 2010 können alleinstehende Elternteile bzw. Familien ohne oder mit geringerem Einkommen eine Beihilfe zum pauschalen Kinderbetreuungsgeld in Höhe von 6,06 Euro täglich (etwa 181 Euro monatlich) beantragen. Die Beihilfe gebührt höchstens für die Dauer von 12 Monaten ab Antragsstellung, unabhängig von der gewählten Pauschalvariante.

Während des Bezuges von Kinderbetreuungsgeld besteht eine Krankenversicherung.

Bitte beachten Sie, dass sich der arbeitsrechtliche Anspruch auf Karenz (Freistellung von der Arbeit) nicht mit der Dauer des Anspruchs auf Kinderbetreuungsgeld deckt.

Das heißt, dass Anspruch auf Karenz grundsätzlich bis zum Ablauf des 2. Lebensjahres, Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld aber je nach Variante unterschiedlich besteht.